Was wird möglich?
Mit erstaunlicher Einfachheit kannst du – alleine oder in einer Gruppe – schnell herausfinden, was für deine Arbeit wirklich wichtig ist. Du deckst den Sinn und Zweck, also den sogenannten Purpose, auf. Das ermöglicht dir und deiner Gruppe, mit Klarheit und Zielgerichtetheit voranzukommen. Wenn eine Gruppe ihren Purpose findet, entsteht automatisch Motivation und Verantwortung. Damit ist der Grundstein gelegt, um Innovationen zu entfalten, zu skalieren und dabei eine gemeinsame Richtung beizubehalten.
Strukturelle Elemente — Min Specs
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Structuring Invitation
Frage „Was machst du, wenn du an ______ (deine aktuelle Aufgabe) arbeitest? Mache eine kurze Liste der Aktivitäten.“ Dann frage weiter „Warum ist das wichtig für dich?“ und weiter „Warum? Warum? Warum?“ bis zu neun mal, oder bis die Teilnehmer nicht tiefer eindringen können, weil sie den grundlegenden Zweck dieser Arbeit erreicht haben.
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Raum und Materialien
Stifte und Papier. Glocke / Tingshas, um den Wechsel zu Takten. Stühle, um sich bequem gegenüber zu sitzen. Post-its für die Teilnehmer, um Beobachtungen und Erkenntnisse festhalten zu können. Online: Breakouträume und virtuelles Whiteboard.
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Beteiligungsverteilung
Jeder hat die gleichen Möglichkeiten, teilzunehmen und sich einzubringen.
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Gruppenkonfiguration
Zunächst zu zweit, dann zu viert, dann die ganze Gruppe (2-4-All).
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Schritte und Zeitaufteilung
- Interviews zu zweit: Beide Personen befragen sich gegenseitig für 5 Minuten. Angefangen bei der Frage „Was machst du, wenn du an ______ arbeitest?“ sucht der Interviewer durch die Frage „Warum ist das wichtig für dich?“ behutsam tiefer gehende Antworten. Rollenwechsel nach 5 Minuten. (10 Minuten)
- Vierergruppen: Jedes Paar teilt seine Erfahrungen und Einsichten mit einem anderen Paar in einer Vierergruppe. (5 Minuten)
- Gemeinsamer Purpose: Lass die Gruppe ihren Purpose aussprechen, indem du aufforderst, die wichtigsten Aspekte zu nennen und Gemeinsamkeiten zu auszusprechen. (5 Minuten)
- Reflexion (optional): Lade die ganze Gruppe zur Reflexion ein, indem du die Frage stellst: „Wie beeinflusst unser Purpose unsere nächsten Schritte?“ (5 Minuten)
Tipps & Fallstricke
- Schaffe einen sicheren und einladenden Raum, vermeide Beurteilungen.
- Habe Spaß! Lade die Teilnehmer dazu ein, „ihr inneres Kleinkind rauszuholen“, während sie andauernd warum fragen.
- Hör nicht auf! Grabe tief, mit Mitgefühl. Variiere die Art und Weise, nach dem warum zu fragen. So kannst du z. B. fragen „Wenn letzte Nacht, als du geschlafen hast, dein Traum wahr geworden wäre, was wäre dann jetzt anders?“
- Achte drauf, dass die Frage lautet: „Warum ist das wichtig für DICH?“ (also nicht für die gestaltlose Organisation oder das System, sondern für dich persönlich).
- Teile die Vielfalt der Antworten und deren Unterschiede mit den anderen Gruppenmitgliedern. Welcher gemeinsamer Sinn oder Zweck tritt hervor?
- Wenn jemand ins Stocken gerät, frage: „Fällt dir dazu eine Geschichte ein?“
- Sorge für Vertraulichkeit, wenn sehr persönliche Geschichten geteilt werden.
- Mache die Nine Whys zu einer regelmäßigen Routine in deiner Gruppe, um den Sinn und Zweck klar zu machen.
Riffs & Variationen
- Kombiniere die Nine Whys mit einem Appreciative Interview. Starte das Interview und frage dann: „Warum ist diese Erfolgsgeschichte wichtig für dich? Warum, warum, warum?“
- Frage die kleinen Gruppen, ob sich „eine grundlegende Berechtigung für das Investieren von Zeit und Geld“ in der Unterhaltung gezeigt hat. Ein klarer persönlicher Zweck kombiniert mit der Ausrichtung einer Gemeinschaft kann sehr schnell die Verbreitung einer Initiative entzünden.
- Frage auf geschäftliche Aktivitäten bezogen: „Warum sollten dir die Leute Geld geben? Warum würden Staatsoberhäupter wollen, dass du Geschäfte in ihrem Land machst?“
- Füge 10 „Wie“-Fragen hinzu, nachdem du eine Klarheit über das Warum hast (dadurch wird das „wie“ VIEL einfacher).
- Ein guter Zweck oder Sinn wird nie wirklich erreicht. Halte die Sache in ständiger Bewegung, indem sich alle beteiligen und gegenseitig ein Verständnis dafür schaffen, wofür eure Arbeit wirklich benötigt wird.
- Schreibe die Antworten auf Post-Its, nummeriere sie und klebe sie auf ein Flipchart. Die Antworten können dann in einem Dreieck angeordnet werden: Grobe Antworten nach oben, detaillierte nach unten. Dann vergleichen und nachbesprechen.
- Frage: „Warum ist das wichtig für deine Umgebung? Warum, warum, warum, …?“
- Nutze die Chatfunktion bei einem Webinar, um gemeinsam einen Zweck zu definieren.
- Kombiniere mit Purpose-To-Practice, Generative Relationships, Wise Crowds, What, So What, Now What? und vielen anderen Liberating Structures.
Praktische Anwendungen
- Um einen inspirierenden gemeinsamen Zweck für eine gemeinschaftliche Forschungsinitiative herzustellen. Die „Quality Commons“, ein Forschungsnetzwerk im Gesundheitswesen, bestehend aus Vertretern von sieben Gesundheitseinrichtungen aus den ganzen USA, haben Nine Whys als einen Schritt innerhalb von Purpose-To-Practice genutzt.
- Als Start jeder Coaching Session, insbesondere Troika Consulting oder Wise Crowds.
- Um den Sinn und Zwecke des Launchs eines neuen Produktes klarer zu machen.
- Um jedes Element eines Design Storyboards zu verankern, indem man fragt: „Warum ist diese Tätigkeit oder dieses Element wichtig für dich? Was bietet es an Mehrwert, um den Austausch zwischen den Teilnehmern zu fördern?“
- Für dich als Individuum, um deine eigenen Ziele klarer zu bekommen.
Online & Hybrid Facilitation
Online gut möglich
Kombinieren mit anderen Strukturen
Quellen & Lizenz
Liberating Structure developed by Henri Lipmanowicz, Keith McCandless, and Nancy White.
Basierend auf der Arbeit von Keith McCandless und Nancy White, The Liberating Structures Fieldbook (2026), CC BY-SA 4.0.