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Agreement & Certainty Matrix

Dauer: ~50 min.

Was wird möglich?

Einzelne oder Gruppen machen oft den Fehler, dass sie mit nicht adäquaten Methoden versuchen, ein Problem zu lösen das so nicht gelöst werden kann. Die Kombination von zwei Fragen macht es möglich Herausforderungen relativ leicht in vier Kategorien einzuordnen: einfach, kompliziert, komplex und chaotisch. Ein Problem ist einfach, wenn es zuverlässig mit Praktiken gelöst werden kann die leicht zu kopieren sind. Es ist kompliziert, wenn Experten eine ausgeklügelte Lösung erarbeiten müssen, die die gewünschten Ergebnisse vorhersehbar erbringen. Ein Problem ist komplex, wenn es mehrere gültige Vorgehensweisen gibt aber das Ergebnis nicht im Detail vorhersehbar ist. Chaotisch ist es, wenn der Kontext zu turbulent ist, um einen Weg zum Ziel zu identifizieren. Zum Beispiel: Leicht ist es, einem Kochrezept zu folgen. Kompliziert ist es, eine Rakete zum Mond zu schicken. Komplex ist es, ein Kind zu erziehen. Chaotisch ist es, das Spiel „Pin the Tail on the Donkey" zu spielen. Die Agreement Certainty Matrix kann in einem ersten Schritt verwendet werden, um die Natur einer Herausforderung festzustellen. Dadurch kann verhindert werden, dass es zwischen der Herausforderung und dem gewählten Lösungsansatz eine Diskrepanz gibt, denn diese Diskrepanz ist häufig die Wurzel für chronische, wiederkehrende Probleme.

Strukturelle Elemente — Min Specs

  1. Structuring Invitation

    Lade die Teilnehmer dazu ein, ihre aktuellen Herausforderungen in die Kategorien einfach, kompliziert, komplex oder chaotisch einzusortieren. Bitte sie die folgenden zwei Fragen zu beantworten und dann basierend auf den Antworten jede Herausforderung in die Matrix einzusortieren: Wie ist der Grad der Übereinstimmung bei den Teilnehmern über die Herausforderung und die Art und Weise, wie diese anzugehen ist? Wie ist der Grad der Sicherheit und Vorhersehbarkeit darüber, welche Resultate erzielt werden, wenn die vorgeschlagenen Lösungsansätze angewendet werden? Rege die Teilnehmer an, über die Herangehensweisen nachzudenken, die sie benutzen um die Herausforderung anzugehen. Wie gut passen diese und wo gibt es noch Diskrepanzen.

  2. Raum und Materialien

    Stifte und Papier. ACM-Grafik auf Metaplanwand o.ä. ACM-Grafik pro TN ausgedruckt, Post-its in vielen Farben (eine pro Herausforderung oder Vierergruppe). Stühle für Gruppen von 4-6 Personen, kleine runde Tische sind optional. Online Breakouträume, virtuelles Whiteboard.

  3. Beteiligungsverteilung

    Jeder, der in der Arbeitsgruppe oder in der Abteilung involviert ist (nicht nur die Führungskräfte). Jeder hat die gleiche Möglichkeit beizutragen.

  4. Gruppenkonfiguration

    Einzeln, um die erste Einschätzung vorzunehmen. Kleine Gruppen, 4-6 Leute. Die ganze Gruppe.

  5. Schritte und Zeitaufteilung

    • Herausforderungen auflisten: Bitte die Teilnehmer, einzeln eine Liste der Herausforderungen zu erstellen, mit denen sie ihre Zeit verbringen. (5 Minuten)
    • Auf der Matrix platzieren: Bitte die Teilnehmer, ihre Herausforderungen für sich auf der Matrix zu platzieren. (5 Minuten)
    • Paarweise diskutieren: Lasse die Teilnehmer dieses nun paarweise diskutieren. (5 Minuten)
    • In Kleingruppen vergleichen: Lade sie ein, sich in Gruppen von 4 bis 6 Personen zusammen zu tun, um herauszufinden wo man sich einig ist, wo es Meinungsverschiedenheiten gibt und wo die Dinge nicht zusammenpassen. (10 Minuten)
    • Auf großer Matrix zusammenführen: Lade alle dazu ein, ihre Herausforderungen auf die große Matrix an der Wand zu bringen. (5 Minuten)
    • Muster reflektieren: Bitte die Teilnehmer in kleinen Gruppen einen Schritt zurück zu machen und das Ergebnis zu reflektieren: „Welche Muster sehen wir? Gibt es Dinge, die nicht zusammen passen und die wir adressieren sollten?" (5 Minuten)
    • Einsichten teilen und nächste Schritte: Lade die gesamte Gruppe dazu ein, ihre Einsichten zu teilen und entscheidet über die nächsten Schritte. (10 Minuten)

Tipps & Fallstricke

  • Stelle klar, welche Herausforderungen und Aktivitäten betrachtet werden.
  • Starte mit Einzelarbeit und arbeite dich dann weiter durch zu Paar- und Tischkonversationen.
  • Versuche nicht zu werten, wo die Leute ihre Aktivitäten auf der Matrix platzieren.
  • Wenn einzelne Items in mehreren Sektoren platziert werden, frage nach: „Hat diese Herausforderung mehrere dynamische Facetten? Wie kann es gleichzeitig einfach und komplex sein?"
  • Lerne mehr von Professor Brenda Zimmerman @ Change-Ability.

Riffs & Variationen

  • Frage: „Wo passt euer Ansatz nicht zur Herausforderung? Welche Gegenmaßnahmen machen Sinn?"
  • Lege eine Tabelle an, die die Diskrepanzen auflistet und welche Aktivitäten unternommen werden.
  • Benutze diesen Ansatz für eine einzelne Herausforderung, der sich jemand bei seiner Arbeit stellen muss.
  • Verlinke oder bilde einen String mit Liberating Structures, die als Ziel haben eine Strategie zu entwickeln: Critical Uncertainties, Purpose-To-Practice (P2P), Ecocycle Planning, Panarchy, Integrated~Autonomy, Discovery & Action Dialogue (DAD).

Praktische Anwendungen

  • Um Manager, die nur in linearer Auswirkung und Effekt Analyse ausgebildet sind, auf die Herausforderungen komplexer Aufgaben hinzuweisen.
  • Um einen Methodenkoffer für Veränderungen zu Beginn eines Verbesserungsprojektes zusammenzustellen.
  • Um einer Planungsgruppe aus der „Analyse-Paralyse" heraus zu helfen und sie in die Aktionsphase zu bringen.
  • Um die Projekte einer Abteilung zu organisieren.

Online & Hybrid Facilitation

Online gut möglich

Kombinieren mit anderen Strukturen

Quellen & Lizenz

Liberating Structure developed by Henri Lipmanowicz and Keith McCandless. Dig deeper by exploring the work of professor Brenda Zimmerman and the Plexus Institute: http://www.plexusinstitute.com/edgeware/archive/

Basierend auf der Arbeit von Keith McCandless und Nancy White, The Liberating Structures Fieldbook (2026), CC BY-SA 4.0.

Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0