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What I Need from You (WINFY)

Dauer: ~60–90 min Keine Mindestgruppengröße LS-Prinzip 6: Fördert Freiheit und Verantwortung

Was wird möglich?

In WINFY sagen Teilnehmende aus verschiedenen Funktionsgruppen einander direkt, was sie voneinander brauchen, um erfolgreich zu sein. Durch klare Bitten und Antworten lernen Gruppen, individuelle Bedürfnisse gegen übergeordnete Ziele abzuwägen. Diese offene Kommunikation baut Barrieren ab und stärkt die Zusammenarbeit über Funktionsgrenzen hinweg. Sie kann auch zerbrochene Verbindungen heilen und Vertrauen aufbauen. Diese Struktur setzt LS-Prinzip Nr. 6 um, „Fördert Freiheit und Verantwortung“.

Strukturelle Elemente — Min Specs

  1. Structuring Invitation

    „Es ist Zeit, unser Muster der Zusammenarbeit zu vereinfachen. In Funktionsgruppen klärt ihr, was ihr braucht, um eure Ziele zu erreichen, und richtet direkte Bitten an eure Kolleginnen und Kollegen aus anderen Funktionen. Außerdem üben alle, klare Antworten auf Bitten zu geben.“

  2. Raum und Materialien

    Ein großer Raum für drei bis sieben Funktionsgruppen [Breakouts]. Für die Sprecher:innen der Gruppen je ein Stuhl in einem Kreis in der Mitte des Raums [Spotlight]. Eine Darstellung der Raumaufteilung zum Anzeigen. Post-its und Stifte. [Visueller Kollaborationsraum.]

  3. Beteiligungsverteilung

    Rollen: Host [Tech-Host], Sprecher:innen und Teilnehmende. Es gibt keine Mindestgruppengröße. Alle sind eingeladen und haben die gleiche Möglichkeit beizutragen.

  4. Gruppenkonfiguration

    Drei bis sieben Funktionsgruppen mit jeweils beliebig vielen Teilnehmenden.

  5. Schritte und Zeitaufteilung

    • Einführung: Teile die Structuring Invitation und benenne ein gemeinsames Ziel oder eine gemeinsame Herausforderung. [Bereite Breakouts für die Funktionsgruppen vor.] (1 Min.)
    • Kontext klären: Wiederhole die Herausforderung oder das Ziel, damit alle dasselbe Verständnis haben. Lade zwei bis drei Teilnehmende ein, mehr Kontext zu teilen. (2 Min.)
    • Ablauf erklären: Erkläre, dass jede Funktionsgruppe klare und konkrete Bitten formuliert, was sie von den anderen braucht, um voranzukommen. Zeige die WINFY-Antworten. Erkläre, was eine gute Bitte ausmacht: Sie muss spezifisch, konkret, umsetzbar, relevant und zeitgerecht sein (und kann Fristen enthalten). (2 Min.)
    • Bedürfnisse in Gruppen sammeln: Jede Gruppe nutzt 1-2-4-All, um ihre wichtigsten Bedürfnisse gegenüber jeder der anderen Funktionen aufzulisten. Gemeinsam wählt die Gruppe ihre ein oder zwei wichtigsten Bedürfnisse aus und schreibt sie auf Post-its im Format „Was ich von dir brauche, ist _____.“ [Wenn du einen visuellen Kollaborationsraum nutzt, bitte die Leute, nicht auf die Arbeit der anderen Gruppen zu schauen.] (10–20 Min.)
    • Bitten aussprechen: Alle kehren ins Plenum zurück. Zeige und erkläre die vier WINFY-Antworten. Die Sprecher:innen setzen sich in den Kreis in der Mitte [Spotlight] und nennen einander nacheinander ihre Bedürfnisse. Die zuhörenden Sprecher:innen schreiben jede Bitte auf, ohne zu antworten. (15–20 Min.)
    • Antworten in Gruppen festlegen: Die Teilnehmenden kehren in ihre Funktionsgruppen [Breakouts] zurück. Sie schreiben jede Bitte auf ein Post-it, entscheiden, wie sie darauf antworten, und schreiben dann ein weiteres Post-it mit einer der vier Antworten. (5–15 Min.)
    • Entscheidungen teilen: Alle kehren ins Plenum zurück. Die Sprecher:innen setzen sich wieder in den inneren Kreis [Spotlight] und teilen ihre Antworten ohne weitere Erläuterung mit. (10 Min.)
    • Nachbesprechung: Führe die Nachbesprechung mit What, So What, Now What durch. (15–20 Min.)

Tipps & Fallstricke

  • Setze die Regel strikt durch, dass nur die Antworten *Ja*, *Nein*, *Hä?* und *Egal* erlaubt sind.
  • Erlaube den Sprecher:innen nicht, zu reagieren, wenn sie eine Bitte hören, und erlaube keine weiteren Erläuterungen, wenn sie ihre Antworten geben.
  • Bereite die Teilnehmenden darauf vor, harsches Feedback zu erhalten.

Riffs & Variationen

  • Mache eine zweite Runde, wenn die Bitten zu vage sind oder nach einer Runde zu viel ungeklärt bleibt.
  • Bitte die Teilnehmenden in der Nachbesprechung, etwas zu teilen, das helfen würde, den Zweck der Gruppe zu erreichen, aber nicht erbeten wurde.
  • Nutze WINFY mit einer kleinen Gruppe und lass die Leute persönliche Bitten aneinander richten.
  • Nutze WINFY regelmäßig (z. B. vierteljährlich) an den Schnittstellen zwischen Teams, um Erwartungen aktuell zu halten. eigene Ergänzung

Mit „eigene Ergänzung“ markierte Einträge sind Ergänzungen von Liberating Structures Belgien und stehen nicht auf der offiziellen Seite.

Praktische Anwendungen

  • Hilf einer globalen technischen Gruppe, Entscheidungen zu treffen.
  • Hilf Top-Führungskräften, eine einheitliche Richtung vorzugeben.
  • Unterstütze Krankenhausmanager:innen bei der Einführung einer Initiative für patientenzentrierte Versorgung, die die Zusammenarbeit mehrerer Fachrichtungen erfordert.

Online & Hybrid Facilitation

Diese Struktur funktioniert online, wenn Breakout-Räume und Whiteboards gut im Voraus vorbereitet werden. Setze die Sprecher:innen im Hauptraum per Video-Spotlight in den Fokus und bitte die anderen, ihre Kameras auszuschalten.

Kombinieren mit anderen Strukturen

Kombiniere mit Integrated~Autonomy, Purpose-to-Practice und Ecocycle Planning, um Strategie zu entwickeln und umzusetzen.

Quellen & Lizenz

Liberating Structure developed by Henri Lipmanowicz and Keith McCandless.

Enthält Inhalte aus dem Liberating-Structures-Repertoire von Henri Lipmanowicz und Keith McCandless (2013) und dem Fieldbook von Keith McCandless und Nancy White (2026). Lizenziert unter CC BY-SA 4.0.

Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0

Ergänzungen von Liberating Structures Belgien auf dieser Seite (etwa Tipps und Praxisbeispiele) sind Bearbeitungen unter derselben Lizenz, CC BY-SA 4.0. Teile gern deine eigene Variante im LS Commons.

Lerne das in der Praxis

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