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Purpose-to-Practice (P2P)

Dauer: ~125 min.

Was wird möglich?

Durch den Einsatz von P2P zu Beginn einer Initiative können die Beteiligten alle Elemente, die für den Erfolg ihrer Initiative sorgen, gemeinsam gestalten. Die Gruppe beginnt damit, einen gemeinsamen Sinn und Zweck zu entwickeln (d. h., warum die Arbeit für jeden Teilnehmer und die größere Gemeinschaft wichtig ist). Alle zusätzlichen Elemente – Prinzipien, Teilnehmer, Struktur und Praktiken – sollen dazu beitragen, den Sinn und Zweck zu verwirklichen. Durch die gemeinsame Gestaltung dieser fünf Elemente verdeutlichen die Teilnehmer, wie sie sich selbst organisieren können, um sich auf kreative Weise anzupassen und erfolgreich zu sein. P2P ermöglicht bei großen Initiativen, eine Vielzahl von Beteiligten in die Gestaltung mit einzubeziehen.

Strukturelle Elemente — Min Specs

  1. Structuring Invitation

    Lade alle oder fast alle Beteiligte ein, sich an der Gestaltung ihrer neuen Initiative zu beteiligen, um ihre fünf wesentlichen Elemente zu präzisieren: Sinn und Zweck, Grundsätze, Teilnehmer, Struktur und Praktiken.

  2. Raum und Materialien

    Stifte und Papier/ Post-its für die Teilnehmer, um Beobachtungen und Erkenntnisse festhalten zu können. Eine große Wand mit Posterpapier zur Aufzeichnung des P2P-Ergebnisses für jedes Element. Tische und Stühle. Für jeden Teilnehmer fünf Arbeitsblätter, eines für jedes der fünf Elemente. Online Breakouträume & Whiteboard.

  3. Beteiligungsverteilung

    Alle Personen, die an der Initiative beteiligt sind, werden einbezogen. Alle haben die gleichen Möglichkeiten beizutragen.

  4. Gruppenkonfiguration

    1-2-4-All. Ganze Gruppe zur Finalisierung jedes Elements.

  5. Schritte und Zeitaufteilung

    • Einführung: Stelle die Idee von P2P, den fünf Elementen und den entsprechenden Fragen vor und verteile leere Arbeitsblätter. (5 Minuten)
    • Sinn und Zweck klären – 1-2-4: Um das erste Element, Sinn und Zweck, zu klären, stelle die Frage: „Warum ist die Arbeit für Euch und die größere Gemeinschaft wichtig?“ Verwende 1-2-4, um individuelle Ideen und Geschichten für den Sinn und Zweck zu generieren. (10 Minuten)
    • Sinn und Zweck – Vergleichen und Vertiefen: Die besten Ideen werden in Vierergruppen verglichen, ausgesiebt und vertieft. (10 Minuten)
    • Sinn und Zweck – Finalisieren: Integriert Themen und finalisiert die Ideen für den Sinn und Zweck in der ganzen Gruppe. (10 Minuten)
    • Weitere P2P-Elemente – Prinzipien, Teilnehmer, Struktur, Praktiken: Konzentriert Euch auf die verbleibenden P2P-Elemente, wiederholt die drei Schritte von 1-2-4-All in derselben Reihenfolge wie oben beschrieben. Seid bereit, falls nötig, zu vorherigen Elementen zurück zu kehren und diese zu überarbeiten (seid darauf gefasst, dass dies kein lineares Vorgehen ist). Verwende die folgenden Fragen, um die Entwicklung der nächsten vier Elemente anzuleiten: Prinzipien: „Welchen Prinzipien müssen wir unbedingt folgen, um unseren Sinn und Zweck zu erreichen?“ Teilnehmer: „Wer kann zur Erreichung unseres Sinn und Zwecks beitragen und muss einbezogen werden?“ Struktur: „Wie müssen wir uns organisieren (Makro- und Mikrostrukturen) und die Kontrolle verteilen, um unseren Sinn und Zweck zu erreichen?“ Praktiken: „Was machen wir als Nächstes? Was werden wir unseren Nutzern/Klienten anbieten und wie werden wir es tun?“ (vier Runden à 20 Minuten)
    • Überprüfung: Frage nach jedem Element: „Hat dieses Element ein neues Licht auf die vorherigen Elemente geworfen, so dass wir diese überarbeiten müssen?“ (5 Minuten)
    • Nächste Schritte: Wenn alle Elemente fertiggestellt sind, bitte die Teilnehmer, sich zurück zu lehnen und den Entwurf der fünf Elemente gemeinsam genau anzusehen. Bitte sie in kleinen Gruppen What, So What, Now What? zu verwenden, um alle möglichen nächsten Schritte zu verstehen und als ganze Gruppe zu priorisieren. (15 Minuten)
    • Nachbereitung: Lade die Teilnehmer nach dem Start der Initiative dazu ein, ihr P2P-Design in regelmäßigen Abständen zu überprüfen und die Elemente anhand ihrer Erfahrungen anzupassen.

Tipps & Fallstricke

  • Einen kraftvollen und besonders ansprechenden „Sinn und Zweck" zu entwerfen, ist der wichtigste Schritt: Du kannst Nine Whys, Appreciative Interviews (AI) oder TRIZ verwenden, um den Diskurs zu vertiefen.
  • Ein Sinn und Zweck kann als etwas Positives, das ihr startet/erschafft oder etwas Negatives, das ihr stoppen möchtet, ausgedrückt werden.
  • Arbeitet in schnellen Zyklen, scheitert frühzeitig und iterativ.
  • Mehrere Sitzungen über Wochen oder sogar Monate verteilt, können erforderlich sein.
  • Struktur ist in der Regel das Element, das die meiste Phantasie benötigt. Es geht weg vom Top-Down-Management und hin zu verteilter Kontrolle. Verwendet Metaphern (z. B. „Wie können wir uns als Grünlilie strukturieren?"). Auch visuelle Darstellungen können helfen, kreative Entwürfe hervorzulocken.
  • Prinzipien: „Must dos" und „Must not dos" ergeben sich häufig durch die Erfahrungen, die wir in der Praxis gemacht haben (positiv als auch negativ).
  • Verlasse dich auf kleine Gruppen, um den schwersten Teil der Arbeit zu erledigen und halte es in Bewegung.
  • Halte Dich bei den Runden an den Zeitplan und wenn mehr Zeit benötigt wird, führe zwei Runden durch.
  • Vertraue auf die inspirierenden wie desillusionierenden Erfahrungen aus der Gruppe und nutze sie.
  • Lade die Teilnehmer ein, ihre Intuition zu benutzen, während der Prozess sich entwickelt.
  • Lade talentierte Teilnehmer ein, Rollen zu übernehmen (z. B. schreiben, malen, zusammenzuführen etc.).

Riffs & Variationen

  • Beginne mit einem 30-minütigen, sehr schnellen Zyklus, der alle fünf Elemente umfasst, um die Notwendigkeit eines starken und klaren Zwecks zu verdeutlichen: Ohne den Zweck wird das Ergebnis nur halbgar.
  • Grafische Aufzeichnungen helfen dabei, die Aufmerksamkeit und den Fokus über den strengen Designprozess hinweg zu halten.
  • Um das Gespräch über Praktiken anzureichern, kannst Du folgende Fragen stellen: „Was geschieht um uns herum, das Gelegenheit schafft?", „Was steht auf dem Spiel, wenn wir kein Risiko eingehen?", „Wo fangen wir wirklich an?"
  • Wenn die Integration aller fünf Elemente für ein Projekt zu viel ist, entwickelt die ein oder zwei Elemente, die euch am wichtigsten erscheinen.
  • Nutze die fünf P2P-Fragen routinemäßig als einfache Checkliste für kleine Projekte.
  • Wenn mit virtuellen Gruppen gearbeitet wird, können die fünf Fragen über eine Chat-Version von 1-2-All beantwortet werden. Die Antworten können dann mit einer Person, die die „Synthesizer-Rolle" übernimmt sortiert und ausgesiebt werden. Mache dir keine Sorgen um die Perfektion in den ersten Runden. Virtuelle Runden können den persönlichen Austausch vertiefen oder ergänzen.
  • Verwende P2P, um eine viel längere Design-Sitzungen zu strukturieren (z. B. einen Planungs- oder Strategie-Retreat).

Praktische Anwendungen

  • Um die Phantasie aller Teilnehmer anzuregen, und sie auf die Gestaltung ihrer gemeinsamen Zukunft zu konzentrieren.
  • Um zu vermeiden, dass das „Design" nur von einer kleine Gruppe oder ausschließlich von Experten hinter verschlossenen Türen ausgearbeitet wird.
  • Um alle Elemente zusammenzuführen, die für die Einleitung und Aufrechterhaltung einer Initiative erforderlich sind, um einen lückenhaften Prozess zu vermeiden.
  • Um innovative Strategien zu entwicklen, die sich schnell umsetzen und verbreiten lassen, da sie von alle Beteiligten getragen werden.
  • Die Belastbarkeit und die Fähigkeit, Störungen zu absorbieren wird erhöht, indem die Macht gerecht verteilt wird.
  • Die Fähigkeit wird geschaffen, jedes der Elemente schnell an sich ändernde Umstände anpassen zu können.

Online & Hybrid Facilitation

Online gut möglich

Kombinieren mit anderen Strukturen

Quellen & Lizenz

Liberating Structure developed by Henri Lipmanowicz and Keith McCandless. Dig deeper by exploring the pioneering work of Dee Hock and the Chaordic Commons: http://www.chaordic.org/

Basierend auf der Arbeit von Keith McCandless und Nancy White, The Liberating Structures Fieldbook (2026), CC BY-SA 4.0.

Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0