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Discovery & Action Dialogue (DAD)

Dauer: ~35–80 min.

Was wird möglich?

Entdecke, erfinde und entfessle lokale Lösungen für chronische Probleme, um aus vermeintlich ausweglosen Situationen auszubrechen, alle richtigen Leute an der Problemlösung zu beteiligen, kreative Lösungen aus einem anderen Kontext passend zu adaptieren, beständige Veränderungen und Lösungen von den Leuten erarbeiten zu lassen, die sie (wirklich) betreffen, Beziehungen zwischen Personen aus verschiedensten Domänen und Hierarchiestufen aufzubauen, um gemeinsam an der Lösung von Problemen zu arbeiten.

Strukturelle Elemente — Min Specs

  1. Structuring Invitation

    • Lade die Leute ein, stillschweigend oder latent vorhandene Lösungen zu einer gemeinsamen Herausforderung in der Arbeitsgruppe, Abteilung und Gemeinschaft aufzudecken. Fordere jeden, der an der Lösung interessiert ist, dazu auf, der Gruppe beizutreten und an einem DAD teilzunehmen. Frage diese Gruppe diese sieben aufeinander aufbauenden Fragen:
    • 1. Woher wißt ihr, dass Problem X existiert?
    • 2. Wie tragt ihr effektiv zur Lösung des Problems X bei?
    • 3. Was hält euch davon ab, das ständig zu tun?
    • 4. Kennt ihr jemanden, der solch ein Problem schon mehrfach gelöst und dabei Hindernisse überwunden hat? Welche Verhaltensweisen oder Praktiken haben diesen Erfolg ermöglicht?
    • 5. Habt ihr weitere Ideen?
    • 6. Was muss nun getan werden, damit es umgesetzt werden kann? Gibt es Freiwillige?
    • 7. Wer muss noch mit einbezogen werden?
  2. Raum und Materialien

    Stifte und Papier oder Flipchart pro Kleingruppe. Ausdruck mit den DAD-Fragen pro Kleingruppe. Tische und Stühle. Online: Breakouträume, virtuelles Whiteboard oder Chat.

  3. Beteiligungsverteilung

    Der Moderator stellt die Fragen. Jeder Anwesende ist eingeladen, teilzunehmen und sich zu engagieren. Jeder in der Gruppe hat die gleiche Möglichkeit, etwas dazu beizutragen.

  4. Gruppenkonfiguration

    Der Moderator arbeitet mit einem Partner, der mitschreibt. Gruppengröße 5-15 Personen. Unterschiedliche Rollen und Erfahrungen sind ein großes Plus.

  5. Schritte und Zeitaufteilung

    • 1. Zweck und Vorstellung: Mache den Zweck des Treffens und der DAD klar und lade zu einer Vorstellungsrunde ein. (5 Minuten)
    • 2. Die sieben Fragen: Stelle nacheinander die sieben Fragen in der vorgegebenen Reihenfolge. Stelle sie der ganzen Gruppe und gib jedem die Gelegenheit, zu jeder Frage etwas beizutragen. Stelle sicher, dass der Protokollführer die Einsichten und Ideen für Maßnahmen mitschreibt, sobald sie auftauchen – die wirklich wichtigen kommen ans Tageslicht, wenn du es am wenigsten erwartest. (15-50 Minuten)
    • 3. Rekapitulation: Bitte den Protokollführer, die Einsichten, Ideen für Maßnahmen und mögliche weitere Mitstreiter zu rekapitulieren. (5 Minuten)

Tipps & Fallstricke

  • Die zweite oben genannte Frage besteht meist aus zwei Teilen: Wie wirkt sich das Problem auf jemanden persönlich aus und wie auf andere? Beispiele: "Was tust du, um dich selbst vor Infektionen und andere vor Ansteckung zu schützen?" oder "Was tust du, um deine Studenten einzubinden and was, um dich selbst energetisch und enthusiastisch zu halten?"
  • Halte DADs dort ab, wo die Teilnehmer arbeiten, um Hindernisse für die Teilnahme zu minimieren.
  • Lade Leute ad-hoc dazu ein, mitzumachen, sobald du erscheinst.
  • Schaffe mit einer Vorstellungsrunde ein informelles Klima, und erzähle z. B. eine Anekdote, wenn es angemessen ist.
  • Behalte Augenkontakt und sei bei der Gruppe (nicht höher oder entfernt von der Gruppe).
  • Stelle sicher, dass du weniger redest als die anderen Teilnehmer, und ermutige jeden, seine Geschichten zu teilen und nach möglichen Aktionen zu durchforsten.
  • Wenn du merkst, dass du im Kopf Wertungen wie richtig oder falsch vornimmst, zähle bis zehn und lass den Gedanken los, bevor du irgendwas sagst.
  • Vermeide Aussagen wie „Das ist eine gute Idee!", sondern lasse die Teilnehmer selbst darüber entscheiden.
  • Zeige echte Neugier für das, was die Leute beitragen, ohne die Fragen selbst zu beantworten: Lerne von den Menschen, die auch die Arbeit machen.
  • Nimm oder gib keine Aufgaben!
  • Gehe nicht zu hart mit dir ins Gericht: Es bedarf viel Erfahrung, um diesen Moderationsansatz wirklich gut zu beherrschen. Frage auf jeden Fall deinen Protokollführer nach direktem Feedback.

Riffs & Variationen

  • Verwende TRIZ-artige Fragen anstelle der ersten drei oben genannten, nämlich: 1. Was kannst du tun, um sicherzustellen, dass Problem X noch viel schlimmer wird? 2. Tust du irgendetwas, das in irgend einer Art und Weise so aussieht wie eine der Praktiken, die du gerade aufgezählt hast? 3. Was hindert dich daran, diese Praktiken einfach zu beenden?
  • Nutze Erkenntnisse und sich zeigende Hindernisse als Drehbücher für Improv Prototyping Szenen und organisiere Improv Sessions.
  • Nutze die gleiche Reihenfolge und Art von Fragen für Vieraugengespräche.
  • Nutze bei virtuellen Gruppen die Chat-Funktion, um Antworten zu teilen, und wähle dann starke Geschichten/Verhalten/Aktionen, um sie mit der ganzen Gruppe anzusprechen.

Praktische Anwendungen

  • Um das Leid von Patienten in cross-funktionalen Gruppen zu lindern, die Opfer von Kunstfehlern sind (z. B. falsche chirurgische Eingriffe, Rückfälle, Medikationsfehler, Infektionen durch die Behandlung).
  • Zur Benutzung als ein ethnografischen Datenerfassungs-Tool in einem multi-site Forschungsprojekt.
  • Um Praktiken zu entfernen, die Profis daran hindern, unproduktive Verhaltensweisen der Kunden zu ändern.
  • Für eine Reihe von Dialogen, die Teilnehmern einer Community helfen, Lösungen für chronische Probleme zu finden (z.B. Störenfriede im Klassenzimmer oder eine Gewaltspirale, die nicht nur dadurch durchbrochen werden kann, dass man die Angreifer bestraft).
  • Um professionelle Kompetenzen zu untersuchen und freizulegen (z. B. in der ärztlichen Ausbildung and Sozialhilfestellen).
  • Für Vieraugengespräche, um Ansätze in einer herausfordernden Situation zu finden.

Online & Hybrid Facilitation

Online gut möglich

Kombinieren mit anderen Strukturen

Quellen & Lizenz

Liberating Structure developed by Henri Lipmanowicz and Keith McCandless. Dig deeper by exploring Positive Deviance, an approach to behavioral and social change: https://en.wikipedia.org/wiki/Positive_deviance ---

Basierend auf der Arbeit von Keith McCandless und Nancy White, The Liberating Structures Fieldbook (2026), CC BY-SA 4.0.

Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0