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1-2-4-All

Dauer: ~15 min.

Was wird möglich?

Mit 1-2-4-All kannst du alle einbeziehen – egal, wie groß die Gruppe ist. So machst du Betroffene zu Beteiligten! In nur 12 Minuten schaffst du es, Ideen, Fragen oder Meinungen zu generieren und zu fokussieren. Du ermöglichst der gesamten Gruppe, ihr Wissen zu teilen. Gute Ergebnisse kommen nun aus allen Richtungen. Es entfaltet sich ein offener und produktiver Austausch, um Ideen und Lösungen schnell und unkompliziert zu bewerten und zu priorisieren. Weil alle gleichberechtigt beitragen können, stehen auch alle Beteiligten wirklich hinter den Ideen. Überzeugungsarbeit im Nachgang entfällt, und das wiederum vereinfacht die Umsetzung.

Strukturelle Elemente — Min Specs

  1. Structuring Invitation

    Stelle eine Frage, die sich auf eine Herausforderung, ein Thema, ein zu lösendes Problem, vorangegangene Informationen, eine gemeinsame Aufgabe oder einen Vorschlag bezieht. Beispiele: Welche Möglichkeiten siehst du, bei dieser Herausforderung Fortschritte zu machen? Wie würdest du mit dieser Situation umgehen? Welche Ideen oder Handlungsempfehlungen hast du? Welche Frage ist bei dir noch offen? Was müssen wir heute klären, damit wir als Team voranschreiten können?

  2. Raum und Materialien

    Genügend Platz für die Zusammenarbeit in Paaren und Vierergruppen. Stifte und Papier/Post-its für die Teilnehmer, um Beobachtungen und Erkenntnisse festhalten zu können. Tische und Stühle. Online Breakouträume.

  3. Beteiligungsverteilung

    Alle werden eingebunden (der Facilitator i.d.R. nicht). Alle haben die gleichen Möglichkeiten, sich einzubringen.

  4. Gruppenkonfiguration

    Zuerst jeder für sich, dann in Paaren, dann zu viert, schließlich die ganze Gruppe.

  5. Schritte und Zeitaufteilung

    • 1 - Allein: Jeder macht sich Gedanken zur gewählten Problemstellung bzw. Fragestellung. (1 Minute)
    • 2 - Zu zweit: Teilt eure Ideen / Fragen / Ergebnisse / Erkenntnisse und entwickelt sie weiter. (2 Minuten)
    • 4 - Zu viert: Lass jeweils zwei Paare sich zu Vierergruppen zusammenschließen. Verfeinert nur eure Ergebnisse. Achtet dabei auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Einigt euch auf die wichtigsten Aspekte. (4 Minuten)
    • Alle - Gesamtgruppe: Ernte die Ergebnisse der Vierergruppe, indem du beispielsweise fragst: « Welche Idee fand eure Vierergruppe besonders bemerkenswert? » oder « Gab es eine Vierergruppe mit einem Ergebnis, dass uns als Gesamtgruppe voranbringt? » (5 Minuten)

Tipps & Fallstricke

  • Sorge dafür, dass sich jeder zuerst im Stillen Gedanken macht, bevor ein Austausch stattfindet.
  • Verwende eine Glocke, um die einzelnen Phasen anzukündigen.
  • Halte die Zeitfenster strikt ein. Führe bei Bedarf lieber noch einen weiteren Durchlauf durch.
  • Für große Gruppen: Limitiere die Anzahl der geteilten Ideen während des Gesamtaustauschs auf drei oder vier.
  • Bitte jede Gruppe, bereits schon genannte Ideen nicht zu wiederholen.
  • Isoliere die Ideengenerierung von der Gruppendiskussion.
  • Stelle Beurteilungen zurück.
  • Visualisiere Ideen. Tobt euch aus!
  • Achte darauf, dass nur eine Konversation gleichzeitig in der ganzen Gruppe geführt wird.
  • Führe einen zweiten Durchlauf durch, falls die Einsichten nicht tief genug waren.

Riffs & Variationen

  • Folding Spectogram für kontroverse Themen oder Wissensgefälle.
  • Halte die Erkenntnisse, die aus den Gruppen entstehen, grafisch fest.
  • Bitte jeden, sich während der stillen Phase seine Ideen zu notieren.
  • Verwende Post-Its in den Runden 2 und 3.
  • Verknüpfe entstehende Ideen mit Design Storyboards, Improv Prototyping, Ecocycle Planning.
  • Bilde Achtergruppen nach den Vierergruppen mit dem Ziel, auch dort Konsens zu finden („Octopus“).

Praktische Anwendungen

  • Nach einem Vortrag oder einer Präsentation, wenn ausführliches Feedback gewünscht ist.
  • Um langweilig gewordenen Regelmeetings wieder Leben einzuhauchen.
  • Für eine spontane Diskussionsrunde, direkt nachdem das Thema eines Meetings angekündigt wurde.
  • Für eine Gruppe, die ein Problem angehen möchte.
  • Um Möglichkeiten zur Innovation zu identifizieren.
  • Um eine stockende oder dysfunktionale Diskussion wieder in Gang zu bringen.
  • Für Gruppen, die dazu tendieren, sich zu stark von Meinungsführern beeinflussen zu lassen.

Online & Hybrid Facilitation

Online gut möglich

Kombinieren mit anderen Strukturen

Quellen & Lizenz

Liberating Structure developed by Henri Lipmanowicz and Keith McCandless.

Basierend auf der Arbeit von Keith McCandless und Nancy White, The Liberating Structures Fieldbook (2026), CC BY-SA 4.0.

Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0